Arbeitnehmer hat keinen zwingenden Anspruch auf Rückdatierung seines Arbeitszeugnisses

Ein Arbeitnehmer hat keinen zwingenden Anspruch auf Rückdatierung seines Arbeitszeugnisses gegenüber seinem Arbeitgeber, urteilte jüngst das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-Württemberg (Az.:  3 Sa 71/16). Ein Anspruch auf Rückdatierung besteht nach ganz herrschender Auffassung in Rechtsprechung und Literatur nur dann, wenn sich die (ehemaligen) Parteien des Arbeitsverhältnisse über einzelne Formulierungen oder die Form des Zeugnisses streitig auseinandergesetzt haben. Kommt es dann später zu einer Einigung, hat der Arbeitnehmer einen Anspruch, dass das Zeugnis mit neuem Wortlaut auf das ursprüngliche Ausstellungsdatum datiert wird. Diese Verpflichtung soll den Arbeitnehmer davor schützen, dass zukünftige Arbeitgeber Rückschlüsse auf eine streitige Auseinandersetzung innerhalb des letzten Arbeitsverhältnisses ziehen können.

Das LAG Baden-Württemberg hatte aber im hier vorgestellten Fall eine andere Sachlage zu beurteilen, nämlich die, dass der Arbeitnehmer beim Ausscheiden schlicht vergessen hatte, um ein Arbeitszeugnis zu bitten. Dies holte der (ehemalige) Arbeitnehmer dann mit zeitlicher Verzögerung nach und beanspruchte gleichzeitig, dass auch in diesem Falle das Arbeitszeugnis auf das Datum seines Ausscheidens zurückdatiert werde. Dies lehnte der Arbeitgeber ab und das Landesarbeitsgericht bestätigte diese Auffassung: liegt die spätere Erstellung ausschließlich in der Ursachensphäre des Arbeitnehmers hat dieser keinen Anspruch auf die Rückdatierung des Arbeitszeugnisses. 

Zurück zur Übersicht
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok